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Turnierfahrt für den Reitverein – reine Gefälligkeit ?

Oftmals werden auch die entsprechenden Schulpferde zum Turnierort transportiert. Der Bundesgerichtshof (Az. III ZR 346/14), hatte kürzlich über einen Fall zu entscheiden, bei welchem die Großmutter Ansprüche gegen einen Sportverein geltend macht, nachdem diese ihre Enkelin zu einem Turnier gefahren hatte und hierbei einen Autounfall mit erheblichen Verletzungen erlitt. Der BGH entschied, dass es sich bei dieser Fahrt um eine reine Gefälligkeit handelte und der Großmutter deshalb kein Ersatz für den erlittenen Schaden aussteht.

Als Begründung wird ausgeführt, dass es sich bei Transporten eines minderjährigen Vereinsmitgliedes zu Auswärtsterminen durch einen Familienangehörigen oder einen Angehörigen eines anderen Mitglieds grundsätzlich um eine reine Gefälligkeit handelt, soweit keine gegenteiligen Absprachen getroffen wurden. Es handelt sich gerade nicht um ein Vertragsverhältnis, aus welchem die Parteien Ersatzansprüche herleiten können. Es ändert daran auch nichts, wenn die Fahrten nicht nur im Eigeninteresse des Mitglieds, sondern auch im Interesse des Vereins durchgeführt werden.

Im vorliegenden Fall wurden die Fahrten zu Auswärtsterminen grundsätzlich von den Angehörigen der noch minderjährigen Mitglieder durchgeführt. Eine Aufwandsentschädigung wurde hierfür seitens des Vereins nicht geleistet, die Fahrten erfolgten auf freiwilliger Basis.

Würde man, anders als höchstrichterlich entschieden, davon ausgehen, dass es sich bei solchen Fahrten nicht um eine Gefälligkeit, sondern um ein Schuldverhältnis handelt, könnten auch Ansprüche auf Ersatz von Benzin, Parkgebühren, usw. zustehen. Mit solchen Ersatzansprüchen rechnen die Angehörigen im Amateursport jedoch nicht. Auch wäre dies für die Vereine kaum finanzierbar.

Das Hauptargument dürfte jedoch sein, dass die Fahrten üblicherweise nicht unternommen werden, um den Amateursport zu fördern, sondern dem Kind die Ausübung einer Sportart zu ermöglichen. Aus diesem Grunde können gegenüber dem Verein keine Ersatzansprüche geltend gemacht werden.

Für die Fahrten zu Reitturnieren bedeutet dies, dass den Verein keine Haftung für Unfälle während des Transportes trifft. Bei Schäden durch das Vereinspferd, z.B. am Transporter, sollte die Tierhalterhaftpflichtversicherung des Vereins greifen.

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