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Richtig eingezäunt?

Bei großen Sach- oder Personenschäden steht dann neben der zivilrechtlichen Haftung auch eine etwaige Strafbarkeit im Raum. Deshalb steht neben der Klärung, ob der Tierhalter für sein Pferd oder der Vermieter von Weideflächen für die richtige Sicherung haftet, stets die Umzäunung im Fokus der Ermittlung.
In den Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltung unter Tierschutzgesichtspunkten des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMEL) finden sich für die Außenzaunausführung folgende Richtwerte (2009):

  • Zaunhöhe über Grund: > 0,75 x Widerristhöhe (i.d.R. 1/3 des Pfahls im Boden)
  • Pfahlabstand: 260 cm bis max.500 cm je nach Zaunmaterial
  • Querabgrenzung: mind. 2-4 je nach Risikobereich (außer Portionsweiden)
  • Höhe der ersten Querabgrenzung über Grund: 40 – 70 cm (bei Fohlen, kleinen Ponys und Kaltblütern ggf. angepasst)
  • Abstand der weiteren Querabgrenzungen: je 40 -70 cm in Abhängigkeit von der Zaunhöhe (ggf. Anpassung)
  • Zaunmaterial: z.B. Holz, Metallrohre, Elektrozaun
  • Elektrogeräte: Impulsgeräte (mind. 2 000 bis max. 10 000 Volt, max. 5 Joule Impulsenergie, mit VDE-, GSE- oder DLG-Prüfsiegel.)


Darüber hinaus gibt es Vorgaben des von den Geldern des BMEL finanzierten aid infodienstes „Sichere Weidezäune“ (zuletzt überarbeitet 2013). Hier wird davon ausgegangen, dass für unterschiedliche Risikobereiche klare Vorgaben für die Wahl der Zaunvariante und deren konstruktive Gestaltung bestehen. Grundsätzlich gilt: Je höher das Risiko, also je näher eine potenzielle Gefahrenquelle wie Autobahn, Bundesstraße oder Flughafen, desto höher die Anforderung an den Außenzaun. Dabei werden 3 Risikobereiche unterschieden: Weiden im Bereich 500 Meter zur Gefahrenquelle, im Bereich 500 – 1000 Meter und andere.
Da Pferde als Flucht- und Lauftiere einen besonders hohen Bewegungsdrang haben, sind an deren Zäune besondere Anforderungen zu stellen. Die Einteilung in Risikobereiche macht insoweit wenig Sinn. Daher sollte nur zwischen Außen- (Risikobereich 3) und Innenzäunen unterschieden werden. Außenzäune müssen grundsätzlich als Fest- oder Stabilzäune ausgeführt, für die Tiere gut sichtbar und in ihrer Höhe den Eigenschaften der zu weidenden Pferde angepasst sein. Die Querverbindungen sollten an der Weideinnenseite und Elektrozaunleiter vorgelagert angebracht sein.

Vorgenannte Richtwerte sind keine gesetzlichen Vorgaben, sondern SOLL Vorschriften. Letztlich ist dies zu begrüßen, da sich das Gefährdungspotenzial im Wesentlich durch die Tiere einerseits (Gruppenstärke, Größe, Temperament,..) und die Entfernung der Weiden von besonderen Gefahrenquellen bestimmt. Allerdings besteht dadurch nur relative Rechtssicherheit beim Zaunbau. Die Praxis zeigt aber, dass die Gerichte den Vorgaben von Landwirtschaftsministerium und aid folgen. Unstreitig ist, dass Glattdraht, Stacheldraht und Knotengitter äußerst verletzungsträchtig und daher tierschutzwidrig sind.

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